#18 Salzig und trocken zum Jahresende: Salar de Uyuni und Atacama-Wüste

Unendliche Weiten, farbenfrohe Lagunen, tausende Meter hohe Vulkane und einzigartige Felsformationen in einer mondartigen Landschaft – all das begegnete uns auf unserer Reise durch den Salar de Uyuni in Bolivien und die Atacama-Wüste ist Chile!
Zunächst ging es für uns von Uyuni aus mit dem Jeep und vier weiteren Mitfahrer*innen drei Tage lang durch die Salzwüste von Uyuni.

Unsere Tour begann mit dem Besuch des Eisenbahnfriedhofs von Uyuni (Cementerio de los Trenes). Uyuni war Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts einer der wichtigsten Knotenpunkte eines Eisenbahnnetzes, auf dem zahlreiche in der Region vorkommende Rohstoffe transportiert wurden. Doch in den 1940er Jahren kam die ortsansässige Industrie weitgehend zum Erliegen und damit wurden die mehr als 100 Eisenbahnen und Waggons überflüssig – und so fanden sie ihren Weg auf den größten Eisenbahnfriedhof der Welt, wo sie ihrem Schicksal überlassen wurden. Einige der Wagen sind bereits weit über 100 Jahre alt! Der Ort hat irgendwie etwas Gespenstisches, wenn man zwischen den unzähligen Waggons oder dem, was davon übrig blieb, herumwandert. Außer den Eisenbahnen gibt es außenherum nichts außer Wüste, ein bisschen fühlt es sich an wie in einer Filmkulisse für einen Western.

Danach machen wir uns auf in die eigentliche Salzwüste, die mehr als 10.000 km² groß ist und deren Schichten aus Salz und Erde bis zu 120 Metern in die Tiefe reichen. Vor mehr als 10.000 Jahren war hier noch ein See, dessen Austrocknung die Salzkruste hinterließ, die wir heute bestaunen können. Der Salar de Uyuni ist die größte Salzfläche der Erde und verwandelt sich in der Regenzeit durch eine Wasserschicht, welche die Oberfläche bedeckt, in den größten Spiegel der Welt- leider war es bei uns aber die Wochen davor völlig trocken, sodass wir dieses Phänomen nicht besichtigen konnten. Und es hört nicht auf mit Superlativen und erstaunlichen Zahlen: Man schätzt, dass mehrere Milliarden (!) Tonnen Salz im Salar de Uyuni lagern. Aufgrund des hohen Lithium-Vorkommens ist der Salar de Uyuni neben der Bedeutung für den Tourismus auch wichtig für den internationalen Handel mit Lithium, das aufgrund der Verwendung in Akkus weltweit sehr gefragt ist.
Während wir Fotos machen, baut unser Guide Rudi das Picknick auf und wir verspeisen unser Mittagessen inmitten der Salzwüste im Schutze des Jeeps, denn Wind und Sonne sind aufgrund der weißen und glatten Oberfläche extrem stark.

Danach fahren wir weiter zur Isla Incahuasi, einer Art Oase inmitten der Salzwüste. Hier ragen bis zu 1200 Jahre alte Kakteen mehrere Meter in die Höhe und werfen ihre Schatten auf die weiße Salzkruste um die Insel herum. Nach einer etwa 45-minütigen Wanderung steigen wir wieder in den Jeep und düsen in Richtung Sonnenuntergang. Dafür hat Rudi eine Überraschung parat: Wir genießen das Farbenspiel bei einer Flasche Rotwein und Snacks. Allzu lange wollen wir aber nicht bleiben, denn es wird dunkel und sehr kalt und das Abendessen wartet im Salzhotel (wirklich fast alles ist hier aus Salz, sogar die Betten!) auf uns. Auch ein angeblich salzhaltiges Bier verkosten wir noch, allerdings überzeugt uns das Uyuni-Bier nur bedingt.

Am nächsten Tag starten wir früh am Morgen, denn heute stehen mehrere Besuche von Lagunen auf dem Programm. Davor machen wir aber noch kurz Halt an einer verlassenen Bahnstrecke, die sich wunderbar als Fotomotiv eignet:

Die Lagunen enthalten verschiedene Mikroorganismen, sodass sie in verschiedensten Farben leuchten. Doch nicht nur das: Tausende Flamingos fühlen sich hier zuhause und machen die Kulisse aus Lagune und Vulkanen einfach perfekt!

Nach dem Mittagessen besuchen wir dann noch die Siloli-Wüste und verschiedene Felsformationen, bevor wir schon im Abendrot zu den Geysiren gelangen. Meterhohe Fontänen aus Wasserdampf und Schwefelverbindungen steigen aus dem Boden und an einigen Stellen brodelt die Lava – ein absolut surrealer Ort! Und einen Vorteil hat das vulkanische Gebiet außerdem noch: Es ist der perfekte Ort, um in heißen Quellen zu baden. Nach dem Abendessen kaufen wir uns also einige Biere und lassen uns damit im 37 °C heißen Wasser nieder, während der Himmel über uns so dunkel ist, dass man Abermillionen von Sternen sehen kann. Wir können uns kaum von dem Anblick lösen, aber die Uhr schlägt fast Mitternacht als wir die heißen Quellen verlassen und durch die Eiseskälte zum Hotel zurückkehren.

Für den letzten Tag ist der Besuch von einem Aussichtspunkt auf einen Vulkan und eine grüne Lagune geplant. Danach heißt es bereits Abschiednehmen, denn wir müssen über die Grenze nach Chile.

Wir fahren einige hundert Meter in die Tiefe und plötzlich ist es richtig heiß. Wir sind angekommen in der trockensten Wüste der Welt, der Atacama-Wüste, die sich von Norden nach Süden über fast 1200 Kilometer Länge erstreckt. Die Wüste ist so trocken, dass es mancherorts über Jahrzehnte (!) keine oder nur minimale Regenfälle gab. Einige Teile sind bis heute daher unbewohnt. Wir sind umso glücklicher über den Pool in unserem Hostel, um uns die ein oder andere Abkühlung zu verschaffen. Das kleine Örtchen San Pedro de Atacama war jahrzehntelang touristisch uninteressant, bis es von Backpacker*innen entdeckt wurde und sich seither zu einer Tourist*innen-Hochburg entwickelt hat. Besonders beliebt sind Ausflüge zu den El Tatio Geysiren, Touren zu Fuß, mit dem Auto oder dem Fahrrad durch das Valle de la Luna und den Garganta del Diablo sowie zu verschiedenen Lagunen. Auch Besteigungen der zum Teil deutlich über 5500 Meter hohen Vulkane in der Region sind möglich. In der Atacama-Wüste gibt es zahlreiche Sternwarten und astronomische Forschungszentren.


Wir entscheiden uns am Morgen früh mit dem Rad ins Valle de La Luna aufzubrechen. Während Felix die Fahrt durch das Meer aus Felsen, Schotter und Salzkrusten gefällt, kämpfe ich mit der Hitze und dem unbequemen Fahrradsattel und bewege Felix dazu, vor Einbruch der größten Mittagshitze umzukehren. Wir schlendern noch ein bisschen durch die Stadt und erfrischen uns mit einem Eiskaffee bevor wir in den Pool springen und uns ein bisschen erholen.

Am zweiten Tag besuchen wir am Nachmittag die Lagune Baltinache, die aus einem Vulkankrater entstand und in der man sogar baden darf – ein unvergessliches Erlebnis!

Damit endet unsere Zeit in der trockenen und mal kalten, mal heißen Region im Süden Boliviens und Norden Chiles und für uns geht es auf eine gut 1600 Kilometer lange Reise in die Hauptstadt Chiles in der Landesmitte: Santiago de Chile wartet auf uns und hier richten wir uns in einem AirBnB über die Weihnachtsfeiertage ein.

Wir wünschen euch allen ein frohes Weihnachtsfest mit Bäuchen voller leckerem Essen!

Hannah y Felix

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Ein Kommentar

  1. Hallo ihr beiden, einfach wieder nur gigantische, eindrucksvolle Fotos …. wünschen euch einen guten Rutsch ins neue Jahr💫💥….viele Grüsse Ilona und Andreas

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